Privater Immobilienverkauf ist nicht schwer?

Warum ein zu hoher Einstiegspreis zu einer späteren Reduzierung führt.
Privater Immobilienverkauf ist schwerer als gedacht

Ein Ehepaar möchte sein Haus verkaufen, weil das es zu groß geworden ist, die Kinder ausgezogen usw. Sie möchten eine Eigentumswohnung kaufen, die sie schon besichtigt haben.

Ihr Haus bieten sie privat an. Einen Makler benötigen sie nicht, denn bei der Besichtigung ihrer neuen Wohnung haben sie festgestellt, daß der Makler lediglich die Tür für sie aufgeschlossen hatte. Wozu einen „Schlüsseldienst“ bestellen, wenn man nur verkaufen möchte?

Bei der Preisfindung ist sich das Ehepaar schnell einig. Sie müssen für ihr Haus viel Geld fordern. Denn schließlich ist der Immobilienmarkt derzeit schwer einschätzbar, die neue Wohnung muß bezahlt werden und die Kinder sollen noch was aus dem Erlös erhalten.

Mit ihrem Preis geht das Ehepaar auf den Immobilienmarkt. Das Telefon klingelt häufig und man freut sich über die rege Nachfrage. Sie grübeln nach, ob der geforderte Kaufpreis etwa zu niedrig angesetzt sei. Es werden Besichtigungstermine durchgeführt. Alle Interessenten verabschieden sich mit dem Hinweis, man wolle sich wieder melden. Das macht noch nicht einmal die Hälfte der Interessenten. Das Ehepaar wartet ungeduldig auf die Rückmeldungen. Diejenigen, die sich melden, erklären, sie könnten sich das Haus nicht leisten, weil die Bank die Summe nicht finanzieren wird. Die Marktteilnehmer, die sich noch gar nicht gemeldet haben, sehen, daß das Angebot ist viel zu teuer und warten einfach ab.

Ein paar Wochen später reduzieren die Eheleute schmerzlich den Kaufpreis. Das wiederum bekommen die Teilnehmer mit, die sich vorher gar nicht gemeldet haben. Sie melden sich aber nun und teilen mit, daß sie bei einem sofortigen Preisnachlass von 20 % sofort kommen, um zu besichtigen und anschließend zu kaufen. Dem Ehepaar läuft die Zeit weg. Sie haben bisher keine Angebote erhalten und nun kommt ein Interessent mit diesem niedrigen Angebot. Ich bin mir sicher, die Eheleute werden an diesen Interessenten verkaufen. Denn sie sind es leid und merken, die Maklertätigkeit ist keinesfalls mit einem Schlüsseldienst vergleichbar. Zudem stellen sie fest: hoch reingehen im Preis, weil runtergehen kann man immer noch, funktioniert doch nicht!

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